Hallo Gast

Lyrik

erstellt am 18. 3. 2021

Was hat Lyrik - im weitesten Sinn - auf dieser Seite überhaupt verloren?
Diese Seite enthält alle möglichen Gedichte, Gedanken und lyrische Texte die mir beim tippen dieser Webseite über den Weg liefen.

Die meisten sind auch an anderer Stelle aufgeführt, dort aber bisher nicht gelöscht, weil ich sie möglicher Weise irgendwo verlinkt habe. Es ist eine zufällige Auswahl, die keinerlei Anspruch auf Irgendwas erhebt.
Und der Tenor ist - weil sie sich auf politische Fehlentwicklungen beziehen, bitter.


Nebenbei:
Ein berührendes Chanson ist eine Widerstandshandlung gegen die emotionale Erstarrung,
die uns die Mächtigen verordnet haben,
weil man über Erstarrte leichter verfügen kann.

Inhalt:

Der Mann der Bäume pflanzte - ein Oscar prämierter Kurzfilm
Kennst Du das Land wo die Kanonen blühen? - Erich Kästner
Der Weg zur Freiheit - Heinrich Hoffman von Fallersleben
Adam der Erste - Heinrich Heine
Wiedervorlage: Stygische Lügen - Michael Klonovski
Das Narrenschiff - Reinhard Mey (Musik, Video + Text)
Die Legende von Lüge und Wahrheit - Ein Gemälde und ein Märchen
Lob der Dialektik, von Bertold Brecht
Lisa Fitz: "Deutschland, quo vadis?"von ihr getextet und gespielt
Ein Musikstück von Bach ,auf Xylophone in einem japanischen Wald


Anfangen möchte ich aber mit etwas sehr Erfreulichen, was ich schon früher mal hörte.
Auch kenne ich die Gegend, leider nur zu oberflächlich.
Dieses Video wurde 1988 mit einem Oscar prämiert! Hier ist es:

Der Mann der Bäume pflanzte


Ein einzelner Mensch kann DOCH etwas Großes erschaffen, wenn er Liebe im Herzen hat,
aber auch, wenn er ohne Eigennutz etwas tut, für eine bessere Welt von morgen.

Erst wer die Bedeutung des Schäfers Namen "Eleazar" Bouffier versteht, versteht die ganze Geschichte. Der Name Eleazar ist ein hebräischer Name und bedeutet "Gott hat geholfen". Er leitet sich vom biblischen Namen "Lazarus" ab.
Sehr passend zur Geschichte, einen besseren Namen hätte man dem Schäfer nicht geben können.
Man spricht auch vom Lazarus Phänonem, wenn etwas todgeglaubtes wieder auferstanden ist, so wie in der Geschichte die Natur. Im Französischen Original schreibt er sich Elzeard und der deutschen Fassung glaube ich auch.


Erich Kästner ist nicht nur durch seine Kinderbücher bekannt.
(Emil und die Dedektive, Pünktchen und Anton, das doppelte Lottchen,
der 35.Mai, das fliegende Kalssenzimmer)
Bei der Bücherverbrennung durch Goebbels unter Hitler wurde er außerdem gleich
anfangs namentlich als Staatsfeind genannt. Hat er doch auch sowas (1928!) getextet:
(in Anlehnung auf Goethes "Kennst Du das Land wo die Zitronen blühen")

Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
in den Büros, als wären es Kasernen.

Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenknöpfe.
Und unsichtbare Helme trägt man dort.
Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe.
Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort!

Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will
- und es ist sein Beruf etwas zu wollen -
steht der Verstand erst stramm und zweitens still.
Die Augen rechts! Und mit dem Rückgrat rollen!

Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen
und mit gezognem Scheitel auf die Welt.
Dort wird man nicht als Zivilist geboren.
Dort wird befördert, wer die Schnauze hält.

Kennst Du das Land? Es könnte glücklich sein.
Es könnte glücklich sein und glücklich machen?
Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein
und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.

Selbst Geist und Güte gibt's dort dann und wann!
Und wahres Heldentum. Doch nicht bei vielen.
Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann.
Das will mit Bleisoldaten spielen.

Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
Was man auch baut - es werden stets Kasernen.
Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!

Quelle (u.a.) hier


Mein Freund Heinrich (Heine) sagte mal:
 
Adam der Erste.

Du schicktest mit dem Flammenschwert
Den himmlischen Gend′armen,
Und jagtest mich aus dem Paradies,
Ganz ohne Recht und Erbarmen!

Ich ziehe fort mit meiner Frau
Nach and′ren Erdenländern;
Doch daß ich genossen des Wissens Frucht,
Das kannst du nicht mehr ändern.

Du kannst nicht ändern, daß ich weiß
Wie sehr du klein und nichtig,
Und machst du dich auch noch so sehr
Durch Tod und Donnern wichtig.

O Gott! wie erbärmlich ist doch dies
Consilium-abeundi!                                             (dieser Welten-Entwurf)
Das nenne ich einen Magnifikus                         (der soll großartig sein?)
Der Welt, ein Lumen-Mundi!                               (die Welt soll erleuchtet werden!)

Vermissen werde ich nimmermehr
Die paradiesischen Räume;
Das war kein wahres Paradies —
Es gab dort verbotene Bäume.

Ich will mein volles Freiheitsrecht!
Find′ ich die g′ringste Beschränkniß,
Verwandelt sich mir das Paradies
In Hölle und Gefängnis.

Quelle hier


. . . und noch ein Heinrich schrieb mal, - nämlich
Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Deutsche Verzweiflung (oder deutsche Seuche?)

In Angst und bürgerlichem Leben
wurde nie eine Kette gesprengt.
Hier muß man schon mehr geben,
die Freiheit wird nicht geschenkt.

Es sind die glücklichen Sklaven
der Freiheit größter Feind,
drum sollt Ihr Unglück haben
und spüren jedes Leid.

Nicht Mord, nicht Brand, nicht Kerker,
nicht Standrecht obendrein;
es muß noch kommen stärker,
wenn′s soll von Wirkung sein!

Ihr müßt zu Bettlern werden,
müßt hungern allesamt,
zu Mühen und Beschwerden
verflucht sein und verdammt.

Euch muß das bißchen Leben
so gründlich sein verhaßt,
daß Ihr es fort wollt geben
wie eine Qual und Last.

Erst dann, vielleicht, erwacht noch
in Euch ein bess′rer Geist,
der Geist, der über Nacht noch
Euch hin zur Freiheit reißt!


Zu Fukushima schreibt Klonovsky:

Wiedervorlage: Die stygischen Lügner

Im düstern Auge glimmt die Hyäne,
Sie sitzen am Laptop und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir lügen dein Leichentuch,
Wir lügen hinein den vierfachen Fluch -
Wir lügen, wir lügen!

Ein Fluch der Wirtschaft, den Wertschöpfungsketten,
dem Eigentum andrer, das wir gern hätten:
Mit Diskriminierung und Klimawandel
Treiben wir sie in den Ablasshandel -
Wir lügen, wir lügen!

Ein Fluch der Physik, der Biologie,
der Mathematik, KI und Chemie:
Wir haben Sozialwissenschaften studiert,
Damit man uns nicht mit Wissen traktiert -
Wir lügen, wir lügen!

Ein Fluch der Familie, der Mutterschaft,
Der patriarchalischen Geiselhaft:
Wir bringen schon Kindern Analsex bei
Und machen sie für die Geschlechtswahl frei -
Wir lügen, wir lügen!

Ein Fluch dem erfundenen Vaterlande,
Dem Volke, den Nazis, der braunen Bande:
Wir heilen den Morbus deutsche Nation
Durch Diversität und Ersatzmigration -
Wir lügen, wir lügen!

Der Finger fliegt, der Lügner wacht,
Wir lügen emsig Tag und Nacht:
Restdeutschland, wir lügen dein Märchenglück,
Wir lügen den Sozialismus zurück -
Wir lügen, wir lügen!


In Anlehnung an "die Weber" von Heinrich Heine 1845 von Klonovsky umgedichtet, Original hier.
Heines Gedicht entstand aktuell, also 50 Jahre vor Gerhard Hauptmans Stück "Die Weber".
Gerhard Hauptman war der Enkel eines Teilnehmers am damaligen Weberaufstand!
Siehe auch Heinrich Heine "das Sklavenschiff".
Damals gab es: Idioten, Heuchelei, krankhafte Geldgier und daraus schreiende Ungerechtigkeit.

Und heute ?
Stimmen unsere Informationen ?
Stimmen unsere Maßstäbe ?





Genug gesagt über Merkels Politik, - jetzt Kultur-Kritik.
Ich finde Reinhard Mey nuschelt.
Sein Text ist deshalb teilweise schwer verständlich.
Weshalb ich den Text zu dieser schönen Melodie hier ausdrucke:

Das Quecksilber fällt, - die Zeichen stehen auf Sturm
nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und rollen und stampfen und schwere See
die Bordkapelle spielt 'Humbatäterä'.
Und ein irres Lachen, dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert.
die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum
doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten.

  Der Steuerman lügt, der Kapitän ist betrunken,
  und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken.
  Die Mannschaft lauter meineidige Halunken
  Der Funker zu feig′ um S.O.S. zu funken
  Klabautermann führt das Narrenschiff.
  Volle Fahrt voraus und Kurs auf′s Riff.

Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai
bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei
auf die Sandbank, bei der wohlbekannten Schatzinsel
Die anderen Zuhälter und Geldwäscher, die warten schon
Bordellkönig, Spielautomatenbaron im hellen Licht
niemand muss sich im Dunkeln rumdrücken
In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken

  Der Steuerman lügt, der Kapitän ist betrunken,
  und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken.
  Die Mannschaft lauter meineidige Halunken
  Der Funker zu feig′ um S.O.S. zu funken
  Klabautermann führt das Narrenschiff.
  Volle Fahrt voraus und Kurs auf′s Riff.

Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert
All die hohen Ideale sind havariert
und der große Rebell, der nicht müd′ wurde zu streiten
mutiert zu einem giftigen Gmom und singt lammfromm
vor dem schlimmen alten Mann in Rom
seine Lieder fürwahr: es ändern sich die Zeiten.
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
gekauft, narkotisiert und flügellahm
tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen
und eitle Greise, präsentieren sich keck
mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck
die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen.

  Der Steuerman lügt, der Kapitän ist betrunken,
  und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken.
  Die Mannschaft lauter meineidige Halunken
  Der Funker zu feig′ um S.O.S. zu funken
  Klabautermann führt das Narrenschiff.
  Volle Fahrt voraus und Kurs auf′s Riff.

Sie rüsten sich gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier
er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir
im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg
und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
und dealt unter allen Augen vor dem Kindergarten
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht
sie ziehen wie Lemminge, in willenlosen Horden
Es ist als hätten alle den Verstand verloren
sich zum Niedergang und dem Verfall verschworen
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

  Der Steuerman lügt, der Kapitän ist betrunken,
  und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken.
  Die Mannschaft lauter meineidige Halunken
  Der Funker zu feig′ um S.O.S. zu funken
  Klabautermann führt das Narrenschiff.
  Volle Fahrt voraus und Kurs auf′s Riff.


Der Text ist künstlerische Freiheit.

Man könnte ja sagen, die 4 Strophen behandeln
 • das Schiff
 • das Umfeld
 • unsere Bürger und
 • unser Herrschaftssystem.
Ein Irrtum ? Trotzdem mag ich - als Kulturbanause - das Versmaß der Stabreime.
Und die Phantasie mit der sie zusammengestellt wurden ☺
Danke, Reinhard Mey für Das Narrenschiff
und viele andere großartige Kultur-Stücke und Ohrwürmer.
Das Lied hat natürlich und überhaupt gar nichts mit unserem Land zu tun.
Wird sicherlich jeder Faktenfinder sowie die Moderationsbehörden bestätigen.
Weder mit seinen Bürgern noch mit unseren Führern.
Wenn das so wäre,
könnte ja Israel bald keine deutschen U-Boote mehr bekommen und der
mit angeblichen Flüchtlingen importierte Antisemitismus wäre nicht real.
Dafür sorgt Merkel und ihre CDU im Verbund mit allen Altparteien sicher auch.
Wir können also ganz beruhigt sein,
versichert uns eine sediert lächelnde Frau Merkel/CDU.



Ein Sommermärchen
 
Lüge und Wahrheit
Das weltberühmte Gemälde von Jean-Léon Gérôme, 1896.
„Die Wahrheit kommt aus dem Brunnen“

Nach einer Legende treffen sich die Wahrheit und die Lüge eines Tages. Die Lüge sagt zur Wahrheit: „Heute ist ein wunderbarer Tag“! Die Wahrheit blickt in den Himmel und seufzt, denn der Tag war wirklich schön. Sie verbringen viel Zeit miteinander und kommen schließlich neben einem Brunnen an. Die Lüge erzählt der Wahrheit: „Das Wasser ist sehr schön, lass uns zusammen baden!“ Die Wahrheit, erneut verdächtig, testet das Wasser und entdeckt, dass es wirklich sehr sauber ist. Sie ziehen sich aus und beginnen zu baden. Plötzlich kommt die Lüge aus dem Wasser, zieht die Kleider der Wahrheit an und läuft davon.

Die wütende Wahrheit kommt aus dem Brunnen und rennt überall hin,
um die Lüge zu finden und ihre Kleidung zurückzubekommen.
Aber das hilft nichts. Die Welt will die nackte Wahrheit nicht sehen.
So muß sie ihre Blöße mit den Kleidern der Lüge bedecken
und sie versteckt sich deshalb.
Manche sagen: "Folge der Spur des Geldes und Du findest die Wahrheit."
Aber das stimmt nicht: So findet man nur die Ursache der Lüge.
Die Wahrheit hat auch nichts mit Geld zu tun.
Die Wahrheit ist viel grundsätzlicher.

Seither reist die Lüge um die Welt, verkleidet als die Wahrheit und befriedigt die Bedürfnisse der Gesellschaft aktiv und passiv.
Sie nutzt ihr neues Outfit bei Ihrer Stammkundschaft,
aktiv bei der Werbe- & Propaganda-Industrie, PR (Public Relations), Mainstreammedien, Politikern und
passiv bei Süchtigen, Bequemen, Gläubigen, Abartigen und Grenzdebilen.
Auch Ihr Beschützer, der zeitlose, kleine Georgini Sorossini erfreut sich über das nun gute, neue Image seiner Geldmaschine.

Nebenbemerkung:
Diese Gedanken sind dem nicht mehr existenten Schluesselkindblog entnommen.
Das Gemälde ist nur in der englischen Wiki zu sehen, nicht in der deutschen Wiki.
So wird man auf die damit verbundene problematische Analogie hier erst gar nicht aufmerksam.



Berthold Brecht (*1898, †1956) war außergewöhnlich kreativ:
Er lebte zuletzt in der DDR .
Umso erstaunlicher ist daher sein Kommentar zum 17.Juni 1953:

Nach dem Aufstand des 17. Juni
Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands
In der Stalinallee Flugblätter verteilen
Auf denen zu lesen war, daß das Volk
Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
Und es nur durch doppelte Arbeit
Zurückerobern könne. Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte ein anderes?
Gedanken an Freiheit und Wahrheit hatten bei ihm immer schon besonderen Stellenwert.
Beispielsweise als er den, auf sinnloser Volksverhetzung beruhenden und tragisch
endenden Kinder-Kreuzzug literarisch bearbeitete oder auch das Leben des Galilei


BERTOLT BRECHT — Lob der Dialektik

Das Unrecht geht heute einher mit sicherem Schritt.
Die Unterdrücker richten sich ein auf zehntausend Jahre.
Die Gewalt versichert: So, wie es ist, bleibt es.
Keine Stimme ertönt außer der Stimme der Herrschenden.
Und auf den Märkten sagt die Ausbeutung laut:
Jetzt beginne ich erst.
Aber von den Unterdrückten sagen viele jetzt:
Was wir wollen, geht niemals.

Wer noch lebt, sage nicht: niemals!
Das Sichere ist nicht sicher.
So, wie es ist, bleibt es nicht.
Wenn die Herrschenden gesprochen haben,
Werden die Beherrschten sprechen.
Wer wagt zu sagen: niemals?
An wem liegt es, wenn die Unterdrückung bleibt? An uns.
An wem liegt es, wenn sie zerbrochen wird?
Ebenfalls an uns.

Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich!
Wer verloren ist, kämpfe!
Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?
Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen,
Und aus Niemals wird: Heute noch!




Der Text & Ton von Lisa Fitz: „Deutschland, quo vadis?“

1. Du kamst aus dem Krieg, total ruiniert,
in deinem Namen war Schlimmes passiert.
Die Sieger gaben dich nicht verlor′n,
als Republik wurd′st du neu gebor′n.

Die Flüsse, die Berge, der Wald & die Seen,
die Sprache, die Denker, die guten Ideen,
aus allen Epochen das Beste von dir,
so wollt′st du, ergeben, das Leben probier′n….

Das Grundgesetz, dein West-Fundament,
ein Philosoph im Bund Präsident,
die D-Mark gab dir die Hoffnung zurück,
nur im Osten, da hattest du nicht so viel Glück…

Als du schon früher kein Einheitsstaat warst,
botst du den Nachbarn nur wenig Gefahr:
Ein Flickenteppich deutscher Nation
im Herzen Europas, wen störte der schon?

DEUTSCHLAND, QUO VADIS
DEUTSCHLAND, WO GEHST DU HIN?
DEUTSCHLAND, QUO VADIS
DEUTSCHLAND, WO IST DEIN SINN

2. Ideologien bewegten die Welt,
ob inter- oder national eingestellt.
Die Krone verschwand, banal und fatal,
im Weltenbrand blieb nichts mehr „normal“.

Faschismus, Shoa, Größenwahn:
dramatisch kamst du auf die schiefe Bahn.
Die Städte zerbombt, an Leib & Seele versehrt,
dein Überleben hatte ein Wunder beschert.

Coca-Cola und Chewing Gum,
Marx und Marcuse, das ganze Programm,
als Spielball der Sieger spieltest du mit -
die Wiederbewaffnung der nächste Schritt.

Chemie vom Rhein fiel auf Vietnam,
rund um den Erdkreis Protest und Tamtam.
Mehr Demokratie wagte Willy Brandt.
Du lebtest drauf los - im geteilten Land.

DEUTSCHLAND, QUO VADIS
DEUTSCHLAND, WO GEHST DU HIN?
DEUTSCHLAND, QUO VADIS
DEUTSCHLAND, WO IST DEIN SINN

3. The „Wind of Change“ erfasste die Welt.
Du wurdest vom Kopf auf die Füße gestellt.
Die geplante Verfassung blieb jedoch aus,
so verliefst du dich im deutschen Haus.
Zwischen Altersarmut, Tourismusboom,
Megareichtum und Billigkonsum.
Mord & Totschlag in Farbe auf jedem Kanal:
Im Ethiknotstand wird alles egal.

Noch bevor du zu dir selber fandst,
packten Global Played Globalisierer nach deiner Hand.
Schon lange nicht mehr Herrin im Haus,
goss man dich jetzt mit dem Bade aus.

Exportweltmeister & Fußball-Thron.
Mit Brüssel verkümmerte deine Nation.
Weitoffen, allen, das neudeutsche Heim,
jeder geht darin aus und ein.

DEUTSCHLAND, QUO VADIS
DEUTSCHLAND, WO GEHST DU HIN?
DEUTSCHLAND, QUO VADIS
DEUTSCHLAND, WO IST DEIN SINN

4. Fanatismus, Terror, Gewalt,
kapern dich in religiöser Gestalt.
Wahre Werte wie ein ferner Traum:
Ungeist erobert sich Wirkungsraum.

Nationalisten machen sich breit,
kein innerer Friede europaweit.
Die Schönheit deiner Tradition
besudeln sie mit völkischem Ton.

Und blickt man nach links, zur Mehrheit im Staat, dreht Kopflosigkeit ein zu großes Rad
Sitzt Ratlosigkeit im Parlament,
das Gesetze fasst, die kaum einer kennt

Die Eidesformel wie Folklore im Amt,
für Ordnung & Recht hebt keiner die Hand
Doch für Zensur macht die Macht sich heut stark, unsre Steuern haften für jeden Quark.

Und schaust du in den Spiegel von morgen hinein, siehst du Undeutschland an Spree u am Rhein, kommt ein neuer Flickenteppich in Sicht,
nur dein eignes Gesicht …. das siehst du nicht.

……(Instrumental)

DEUTSCHLAND, QUO VADIS
DEUTSCHLAND, WO GEHST DU HIN?
DEUTSCHLAND, QUO VADIS -
DEUTSCHLAND, ICH BIN DEIN KIND


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Am 19. Dez. 2020 erschien von Scott Kerr auf Twitter (@scott_kerr)
dieses Video mit einer Melodie von Bach:
Enormous xylophone in the woods of Kyushu, Japan plays a Bach tune when a wooden ball rolls down each "key." An impressive piece of engineering.
Bach im Wald

Bach im Wald beruhigt.
Der Ton im dem Video muss extra angeschaltet werden


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